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Vogelhaus bauen – Wie Sie den gefiederten Freunden ein sicheres Zuhause bieten 

Der Bau eines Vogelhäuschens macht nicht nur Spaß, sondern leistet auch einen großen Beitrag für die Artenvielfalt. Isolierte Häuser und schwindende Baumbestände machen es Vögeln wie Meisen, Rotschwänzen und Mauerseglern immer schwerer, einen geeigneten Nistraum zu finden, um ihre Jungen großzuziehen. Mit dem Vogelhäuschen bieten Sie den gefiederten Tieren einen geeigneten Schutz vor Raubtieren, Nässe und Kälte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Vögeln mit wenigen Handgriffen ein sicheres Zuhause bieten können.
Inhalt & Quicklinks

Was Sie dafür brauchen

Als Material bewährt hat sich unbehandeltes Holz. Eichen-, Robinien- oder Lärchenbretter sind aufgrund ihrer Wetterbeständigkeit am besten geeignet. Verwenden Sie auf keinen Fall Kunststoff, Sperrholz oder Spanplatten, da diese die Kälte und Nässe kaum Stand halten und Schimmel begünstigen. 

 Zum Zuschneiden und Zusammenbauen des Häuschens brauchen Sie: Ein 18 Millimeter dickes Holzbrett aus dem genannten Material, einen Bleistift, eine Werkbank, einen Anschlagwinkel, eine Stichsäge oder kleine Handkreissäge, eine Bohrmaschine und einen Akkuschrauber, Holzraspel und Schleifpapier, 18 Senkkopfschrauben (3,5 x 40 mm, inkl. Teilgewinde), 2 Schraubhaken (3,0 x 40 mm), sowie 2 Schraubösen (2,3 x 12 x 5mm). 

Wenn Sie Ihr Vogelhaus nach Fertigstellung anmalen wollen, nutzen Sie lieber grüne oder braune Farbe. Eine zu bunte und auffällige Bemalung zieht die Aufmerksamkeit von Fressfeinden und Nesträubern auf sich. Für die Lasur eignet sich Leinöl. Beides sollte natürlich bestenfalls biologisch abbaubar sein. 

Welcher Nistkasten soll es sein?

Die Art, wie Sie das Vogelhäuschen bauen und gestalten, entscheidet darüber, welche Vogelarten sich in Ihrem Garten einnisten. Den größten Einfluss dabei hat die Größe des Einschlupfloches – also die Haustür des Vogelhäuschens. Jede Vogelart bevorzugt nämlich eine andere Eingangspforte: 

 

  • 26-28 mm: Blaumeisen, Tannenmeisen, Sumpfmeisen, Haubenmeisen, Wiesenmeisen 
  • 32 mm: Kohlmeise, Feldsperling 
  • 32-34 mm: Trauerschnäpper, Haussperling 
  • 32-45 mm: Kleiner 
  • 45 mm: Star 
  • 48 mm hoch, 32 mm breit, (oval): Gartenrotschwanz 

 

Die meisten Vogelhäuschen entsprechen den typischen Starenkasten, auch bekannt als Meisenkasten. Mit seiner rechteckigen Form und seinem runden Einschlupfloch bietet er den meisten Vogelarten ein Zuhause. Deshalb haben wir uns bei unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für diesen entscheiden. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Bauteile zuschneiden 

Zunächst müssen Sie die Bauteile für Ihr Vogelhäuschen zurechtschneiden. Dafür nehmen Sie ein stabiles, mindestens 18 Millimeter dickes Holzbrett und spannen es für eine bessere Stabilität in eine Werkbank. Auf dem Holzbrett können Sie dann die nötigen Maße der einzelnen Bauteile aufzeichnen. Nutzen Sie einen Anschlagwinkel, um exakt rechtwinklige Markierungen hinzubekommen:  

 Seitenwände: 2 Bretter (15 x 28 cm)  

Rückwand: 1 Brett (17 x 28,5 cm)  

Vorderseite: 1 Brett (13 x 25 cm)  

Dach: 1 Brett (20 x 23 cm) 

Boden: 1 Brett (13 x 13 cm)  

 Die Bauteile schneiden Sie am besten mit einer Stichsäge oder kleinen Handkreissäge aus. 

 Schritt 2: Seitenwände abschrägen 

 Aufgrund der Dachneigung werden die beiden Seitenbauteile am oberen Ende vorne vier Zentimeter kürzer geschnitten als hinten. 

 Schritt 3: Rückwand abschrägen 

 Auch bei der Rückwand muss etwas anders vorgegangen werden: Sie wird am oberen Ende zur Innenseite hin ebenfalls abgeschrägt. Dieses Mal um fünf Millimeter. 

 Schritt 4: Mit Schleifpapier glätten 

 Sind Sie mit dem Sägen fertig sollten Sie alle Kanten mit grobem Schleifpapier glätten. Das sieht schöner aus und schützt Sie vor Splittern. 

Schritt 5: Einflugloch markieren und bohren 

 Als nächstes geht es an das Markieren und Bohren des Einflugloches. Hier ist entscheidend, für welche Größe beziehungsweise Vogelart Sie sich entschieden haben. Das Einflugloch sollte aber mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden liegen, um das Vogelhäuschen vor Nesträubern zu schützen. Das Loch können Sie mit einem Forstnerbohrer von 25 Millimetern Durchmesser vorbohren. Mit einer Holzraspel wird die Öffnung dann auf Ihre gewünschte Größe erweitert. 

 Schritt 6: Ablauflöcher bohren 

 Ablauflöcher in der Bodenplatte dienen dazu, das Vogelhäuschen vor Feuchtigkeit und Schimmel zu schützen. Bohren Sie zwei versetzt angeordnete, sechs Millimeter große Löcher in die Bodenplatte. Nun sind Ihre Bauteile für den Nistkasten fertig. 

 Schritt 7: Vogelhäuschen zusammenbauen 

 Hier können Sie einen Akkuschrauber zur Hilfe nehmen. Pro Kante werden zwei Senkkopfschrauben verwendet, nur beim vorderen Brett kommt lediglich eine Schraube auf jede Seite und diese auf dieselbe Höhe wie das Einschlupfloch. Als letztes wird das Dach des Vogelhäuschens an der Rückwand und den Seitenwänden befestigt. 

 Schritt 8: Schraubhaken nutzen! 

 Schraubhaken sind ein gutes Hilfsmittel, um zu vermeiden, dass sich die Klappe des Vogelhäuschens versehentlich öffnet. Messen Sie dazu an den Seitenwänden unten zwei Zentimeter ab und bohren hier zwei Löcher vor, die Sie dann mit einem rechtwinkligen Schraubhaken eindrehen. Wenn Sie nun die Haken um 90 Grad drehen, ist das vordere Brett gesichert und aufklappbar. 

Schritt 9: Vogelhäuschen anmalen 

 Ihren fertigen Nistkasten können Sie jetzt mit biologisch abbaubarer Farbe bemalen und nach dem Trocknen mit Leinöl beschmieren.  

Schritt 10: Ösen befestigen 

 Ist das Leinöl dann auch getrocknet, können Sie oben auf der Rückseite der Seitenwände zwei Ösen festschrauben, um Ihr Vogelhäuschen aufzuhängen. 

Schritt 11: Aufhängen 

Und schon ist Ihr erstes eigenes Vogelhäuschen fertig! Egal ob Sie es auf dem Balkon oder im Garten an einem Baum aufhängen: Die Vögel werden sich mit ihrer Präsenz bei Ihnen bedanken! Es gibt aber noch Wichtiges zu beachten: 

  1. Das Häuschen sollte zwei bis drei Meter über den Boden angebracht werden, um die gefiederten Tiere vor Katzen und Madern zu schützen.
  2. Zwischen zwei Nistkästen sollte mindestens zehn Meter Abstand liegen, damit sich verschiedene Vogelfamilien nicht in die Quere kommen.
  3. Suchen Sie einen wettergeschützten Platz aus: Das Vogelhäuschen sollte weder in der prallen Sonne noch allzu sehr im Schattenbereich hängen.
  4. Die bewährte Ausrichtung des Einflugloches liegt im Südosten oder Osten. Es sollte keinesfalls zur Wetterseite, also den Westen, zeigen.
Bildnachweis

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