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Vorsicht Kreditkartenbetrug: Wenn der Käufer „abzockt“

Im Grunde ist es eine tolle Sache: Auf Online-Marktplätzen wie www.kleinanzeigen.de kann man Dinge, die man nicht mehr benötigt, verkaufen. Leider schalten sich immer wieder Kriminelle ein. Wir schildern hier einen beliebten Trick, den Sie als Verkäuferin oder Verkäufer kennen sollten.
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Verkauf auf Online-Marktplätzen

Schon seit langer Zeit lagerten Playmobil-Figuren und Zubehör unbespielt in Jonathans Jugendzimmer. „Das könnten wir eigentlich verkaufen“, schlug seine Mutter vor. Gesagt getan: Der Junge fotografierte sein Spielzeug, schrieb eine Beschreibung und stellte beides auf www.kleinanzeigen.de (ehemals ebay-kleinanzeigen) ein.

Die Freude war groß, als die Mutter bereits wenige Minuten später die Nachricht erhielt, dass das Spielzeug verkauft worden sei: „Herzlichen Glückwunsch, der Käufer hat die Transaktion ‚Sicheres Bezahlen‘ abgeschlossen“, hieß es in der Nachricht. Vermeintlicher Absender war das „Kleinanzeigen Support Team“. Jonathans Mutter wurde aufgefordert, ihre E-Mail-Adresse einzugeben. „Sie erhalten eine Benachrichtigung mit allen Daten des Käufers“, wurde ihr angekündigt.

Transaktion „Sicheres bezahlen“

Tatsächlich erhielt sie eine E-Mail mit einem Link, der sie scheinbar zum Portal „Sicheres Bezahlen“ lockte. Hier wurde sie aufgefordert, ihre Kreditkartennummer einzugeben. „Ohne TAN kann niemand mit der Nummer etwas anfangen“, dachte sie. Weit gefehlt. Die Webseite war gefälscht. Die Informationen genügten den Kriminellen, um ihre Kreditkarte mit 3.000 Euro zu belasten.

Abbuchung ohne Einverständnis

„Kriminelle finden immer wieder neue Schlupflöcher“, erklärt Regine Sprengel, die bei der Kreissparkasse Göppingen Produktmanagerin für Karten und Payment ist. In diesem Fall ist der Trick besonders hinterhältig. „Durch Eingabe der Kreditkartennummer stimmt der Verkäufer bzw. die Verkäuferin ohne es zu ahnen einem Abbuchverfahren zu, das ähnlich wie PayPal funktioniert – nur dass Kriminelle die Buchungen vornehmen“, so die Produktmanagerin. Die Abbuchungen müssen mitunter nicht einmal über den S-ID-Check bzw. 3-D-Secure freigegeben werden – damit fällt eine wichtige Kontrollfunktion weg. Vorsicht und Skepsis sind also angebracht.

Auf was unbedingt zu achten ist

Die Freude am Verkaufen sollte man sich davon nicht verderben lassen. Sicheres Handeln ist nach wie vor möglich, wenn man folgende Punkte beachtet:

  1. Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn bereits kurz nach Einstellen des Angebots ein Verkauf zustande kommt.
  2. Beim „Sicheren Bezahlen“ auf kleinanzeigen.de werden Sie weder nach Ihrer E-Mail-Adresse noch nach Ihrer Mobilnummer gefragt – warum auch, der Kontakt besteht ja bereits.
  3. Unterscheiden Sie zwischen Nachrichten, die Sie im Chat erhalten und Nachrichten im Kleinanzeigen-Konto. Im Chat kann Ihnen jede und jeder schreiben – auch unter falschem Namen (unser Foto zeigt eine solche Namensfälschung im Chat). Die „Sicher-Bezahlen-Methode“ erfolgt ausschließlich über das Kleinanzeigen-Konto.
  4. Lassen Sie sich nicht zu anderen „sicheren“ Bezahlverfahren überreden. Auch hier werden Sie in der Regel auf gefälschte Seiten gelockt.
  5. Seien Sie misstrauisch bei Käuferinnen und Käufern, die nur ein Namenskürzel haben, z. B. IYGU.
  6. Lassen Sie sich nicht von lustigen Emojis ablenken. Kriminelle versuchen damit Ihre Sympathie zu gewinnen.
  7. Die Polizei empfiehlt die S-H-S-Regel: Stoppen – Hinterfragen – Schützen. Mehr dazu finden Sie unter den weiterführenden Links unten.
  8. Tipp von Regine Sprengel: „Begrenzen Sie den Kreditrahmen Ihrer Kreditkarte. Wenn Sie die Karte normalerweise nur zum Tanken verwenden, dürfte ein Rahmen von 500 Euro genügen. Wenn größere Anschaffungen oder ein Urlaub anstehen, können Sie die Kredithöhe auch kurzfristig anheben.“
  9. Nehmen Sie Ihre Kreditkarte in Ihr Online-Banking auf. Sie können möglich Bewegungen dort leicht erkennen.
Die Alternative

Zu guter Letzt: Gebrauchte Dinge lassen sich nicht nur im Internet verkaufen, sondern auch bei den ganz realen Flohmärkten. Das Handeln vor Ort macht oft richtig Spaß und mit Bezahlverfahren wie Quitt können Sie sogar bargeldlos Geschäfte machen.

Bildnachweis

© fizkes / AdobeStock.com

© Angelika Brunke

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