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Familie mit Zeit für Umwege – ein Jahr Elternzeit im Wohnmobil

Ein Wohnmobil – liebevoll Womi-Omi genannt – drei Kinder und eine Portion Abenteuerlust. Das sind die Zutaten, mit denen sich Franziska Rink und Thomas Riedel-Rink aus Hattenhofen vor einem Jahr in die Elternzeit verabschiedeten. Nun ist die fünfköpfige Familie wieder auf Heimatkurs, hat viel gewagt, aber auch viel gewonnen.
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Vom Feuerwehrauto zum Wohnmobil

„Wir wollten uns Zeit nehmen, die Welt mit den Augen unserer drei Kinder zu sehen, ihnen aber auch eine andere Welt zeigen“, bringt Franziska Rink die Idee zu einer einjährigen Reise durch Europa und darüber hinaus auf den Punkt. Nach 365 Tagen können die Fünf auf mehr als 40.000 Kilometer, 12 Länder, drei Kontinente und jede Menge Abenteuer zurückblicken. Doch von vorn:

Zunächst musste ein fahrbarer Untersatz für die Reise gefunden werden. „Schnell war klar, dass unser Standardwohnmobil den neuen Anforderungen nicht gerecht werden würde“, berichtet Thomas Riedel-Rink. Gefragt waren mehr Platz und vor allem Bodenfreiheit, um auch in unwegsameren Gegenden sicher unterwegs zu sein. Fündig wurde die Familie im Internet. Ein mehr als 50 Jahre alter Magirus Deutz 170 D11, der in seinem früheren Leben ein Feuerwehrfahrzeug war, wurde mit viel Herzblut und technischem Geschick zum familientauglichen Reisemobil umgebaut. Liebevoll auf den Namen Womi-Omi getauft, konnte es damit im August 2021 losgehen.

 

Von den Gletschern Skandinaviens bis in die Sahara

Der Zeitpunkt für die Elternzeit war von langer Hand geplant. Der befristete berufliche Ausstieg der Eltern musste gemanagt und Samuel (9) für ein Jahr von der Schule befreit werden. Raffael (6) und Vicky (5) hatten als Kindergartenkinder das ideale Reisealter. Dann kam Corona und alle Pläne gerieten ins Wanken. Homeschooling wurde bereits zuhause zum Alltag und letztlich wagten die Fünf dann doch den Absprung. Trotz ungewisser Prognosen, wie sich die Pandemie in den einzelnen Ländern entwickeln und zu welchen Einschränkungen es kommen würde.

„Eine genaue Route hatten wir nicht geplant und vieles ergab sich erst unterwegs“, sagt Franziska Rink. Begonnen haben sie ihre Reise zunächst in Richtung Norden, um dort die letzten Sommerwochen auszukosten. Schweden, Norwegen, die Lofoten. Wale beobachten, Angeln gehen, Gletscher erkunden. Naturkundeunterricht live und hautnah. Dann ging es in Richtung Süden. Frankreich, Andorra, Spanien. Dort lernten die Kinder alte Kulturen kennen, erfuhren vieles über Römer, Mauren und Christen, erkundeten Naturparks und warme Quellen.

Tiefpunkt in Tunesien

Weil Marokko seine Grenzen noch geschlossen hatte, bestieg die Familie kurzentschlossen die Fähre und reiste über Italien nach Tunesien. Dort wartete nicht nur ein neuer Kontinent auf sie, sondern ein Ereignis, das die Reise fast vorzeitig beendet hätte. „Auf einer vermeintlich festen Piste entlang eines Salzsees fuhren wir uns fest“, erzählt Thomas Riedel-Rink. Die Womi-Omi geriet in eine bedrohliche Schieflage und die Familie verbrachte mehrere Tage zwischen Hoffen und Bangen. Ihr Glück: Zum gleichen Zeitpunkt war eine internationale Ralley unterwegs und konnte mit schweren Bergefahrzeugen der Familie aus der Patsche helfen. „Was wir dort an Unterstützung und Hilfe sowohl von der lokalen Bevölkerung als auch von der Ralley-Mannschaft erfahren haben, war einfach überwältigend“, beschreibt der Familienvater den Krimi mit Happy-End.

Gastfreundliche Türkei

Von Tunesien ging es erneut mit der Fähre über Albanien und Griechenland in die Türkei. Mit dem Bosporus wurde die Grenze zu einem weiteren Kontinent überschritten. „Die Türkei war eines der Länder, das uns am meisten beeindruckte und welches wir völlig falsch eingeschätzt hatten“, sagt Franziska Rink. Die Familie wurde nicht nur von überwältigenden Landschaften und beeindruckenden Ausgrabungsstätten, sondern auch von einer unglaublichen Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen überrascht. „Wir wurden zum Essen eingeladen, Tee wurde ans Auto gebracht und wir erhielten Tipps, was wir im Land noch anschauen müssten“, so das Elternpaar.

Eine Schule fürs Leben

Das Jahr neigt sich für die Familie dem Ende zu und schon bald starten Samuel und Rafael ins neue Schuljahr. Die Kinder bringen dann viel Wissen über andere Länder, Religionen und Kulturen mit. Sie haben den Ausbruch des Ätnas erlebt und konnten den Zug der Kraniche von Norwegen bis Spanien verfolgen. „Unsere Kinder sind in diesem Jahr nicht nur groß geworden, sondern auch gewachsen“, ziehen die Eltern eine rundum positive Bilanz.

Unter dem Namen Staubteufelchen hat die Familie ihr Reisejahr auf den Social Media Kanälen Instagram und Youtube dokumentiert.

Bildnachweis

© Franziska Rink und Thomas Riedel-Rink

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