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Geschichten vom Maientag

Bald ist es wieder so weit. Vom 13. bis 17. Juni wird im Kreis Göppingen der Maientag zelebriert. Er ist einer der Höhepunkte im Festleben der Hohenstaufenstadt und zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Heimatfesten in Süddeutschland. prisma hat sich in der Stadt umgehört und präsentiert drei persönliche Erinnerungen, welche die Lust auf das Familien- und Volksfest noch einmal steigern.
Inhalt & Quicklinks

Die rasanten Fahrgeschäfte

Chris: Während der Schulzeit waren für meinen besten Freund und mich die rasanten Fahrgeschäfte auf dem Gelände der EWS-Arena (die damals noch Hohenstaufenhalle hieß) das absolute Highlight. In den Wochen vor dem Maientag gab es an der Schule auch nur ein Thema: Welche atemberaubenden Attraktionen werden in diesem Jahr aufgebaut. Wir entwickelten uns zu richtigen Kirmesexperten und anstatt Deutsch, Englisch und Mathe zu lernen, fachsimpelten wir lieber über „Music Shop“, „Break Dance“ oder „Petersburger Schlittenfahrt“. Doch wenn am Maientag dann die Fahrgeschäfte aufgebaut waren, fehlte uns meistens der Mut und wir (er)fanden immer Ausreden, warum wir gerade nicht fahren konnten. Einmal versuchte mein bester Freund es mit der Ausrede, dass er ja Brillenträger sei, damit kam er nicht durch und so sind wir in einem Fahrgeschäft gelandet welches rotierende Gondeln hatte, die sich dazu auch noch ständig auf und ab bewegten. Durch die Rotation hat mein Kumpel während der Fahrt tatsächlich seine Brille verloren, welche zu allem Unglück auch noch auf dem Hallendach der Hohenstaufenhalle landete. Das Ergebnis war: Mein Freund musste halb blind nach Hause gebracht werden, sein Vater durfte mit einer Leiter ein paar Tage später die Brille auf dem Hallendach suchen und ich hatte eine neue Maientags-Geschichte die ich jedem in der Schule erzählen konnte.

Foto: Patrick Richter

Der historische Umzug

Constanze: Wenn ich an den Maientag denke, fällt mir immer zuerst der Festzug am Samstagmorgen ein. Zuerst starten die Göppinger Schulen und Vereine. Dann folgt der historische Umzug, welcher Göppingens Geschichte erzählt. Hier kann man unter anderem folgende Dinge sehen: Kaiser Friedrich Barbarossa hoch zu Ross, Geppo gründet den Freihof, Hildegard von Egisheim (Stamm-Muttter der Staufer), den Bau der Oberhofenkirche, die Zerstörung der Burg Hohenstaufen und den verherenden Stadtbrand aus dem Jahr 1782.  Ich selbst bin zweimal beim historischen Festzug mitgelaufen. Als Schülerin des Werner-Heisenberg-Gymnasiums schlüpfte ich dabei immer in die Rolle einer Dame eines Göppinger Bürgerpaares. Eine Freundin von mir ging aufs Hohenstaufen Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler von dort stellten Bürger aus der Biedermeierzeit dar und meine Freundin wurde geschminkt und hatte sogar das Vergnügen in einer Kutsche zu sitzen. Damals war ich darauf ein wenig neidisch. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich auch Glück hatte. Denn ich durfte beim Festumzug immer meine eigenen Schuhe anlassen – im Gegensatz zu meinen Mitschülern, welche nach dem Umzug immer Blasen von den historischen Lederschuhen bekommen haben. Aber trotzdem hat es uns Allen immer Spaß gemacht! 

Das Bierzelt und die Blasmusik

Simon: Meine Eltern haben mich immer mit ins Bierzelt zum Fassanstich des Bürgermeisters mitgenommen. Und auch an den anderen Tagen sind meine Eltern mit mir jeden Abend zum Festgelände gefahren und ins Bierzelt gegangen. Ich selbst fand es im Bierzelt immer langweilig und bin lieber mit meinen Freunden stundenlang auf dem Festgelände herumgestrolcht. Einmal sind wir auf die Idee gekommen, dass wir die Bierkrüge hinter dem Bierzelt einsammeln und dafür das ganze Pfandgeld einkassieren könnten. Also haben wir uns fast um die leeren Bierkrüge gestritten und jeder wollte mehr Bierkrüge einsammeln. Mit jedem Bierkrug haben wir unseren baldigen Reichtum errechnet und wir haben die komplette Wiese aufgeräumt. Leider kam die Ernüchterung ziemlich schnell, denn Geld gab es nur, wenn man die Bierkrüge mit den dazu gehörigen Pfandmarken abgibt. Nachdem mein Vater die Geschichte mitbekommen hat, fand er, dass wir wenigstens für das Saubermachen etwas verdient hätten und hat all meine Freunde zu kalten Softdrinks, Pommes und Grillhähnchen eingeladen. Heute habe ich selbst Kinder, die schon im Musikverein sind. Und immer wenn ich sie üben höre, denke ich an den Maientag.

Foto: Patrick Richter
Festprogramm

Vom 13. bis 17. Juni wird in Göppingen wieder der traditionelle Maientag gefeiert!

Das komplette Festprogramm finden Sie hier

Do, 13. Juni geschlossen
Fr, 14. Juni 14:00 – 24:00 Uhr
Sa, 15. Juni 11:00 – 24:00 Uhr
So, 16. Juni 11:00 – 23:00 Uhr
Mo, 17. Juni 12:00 – 24:00 Uhr

Die Maientagsplakette ist in fünf verschiedenen Farben bei vielen Schülerinnen und Schülern der Göppinger Schulen, beim ipunkt im Rathaus und bei der Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr im Festzelt erhältlich.

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