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Schwarz-weißes Ausstellungsbild zu „Sucht & Kunst“ im MuSeele mit gerahmten Linoldrucken von J. K. Davidenko.

Wenn Kunst von Sucht erzählt: Davidenko-Ausstellung im MuSeele DANEBEN

Ab Donnerstag, 18. Juni 2026, zeigt das MuSeele DANEBEN die Sonderausstellung „Sucht & Kunst“ mit Linoldrucken und Gedichten von J. K. Davidenko. prisma durfte bereits vorab einen exklusiven Blick in die Ausstellung werfen: Museumsleiter Rolf Brüggemann führte durch die Räume, erzählte von Davidenkos Nachlass, dem Fallada-Bereich und der besonderen Verbindung von Kunst, Sucht und seelischem Leiden.
Inhalt & Quicklinks

Ein künstlerischer Nachlass im MuSeele DANEBEN

Der Nachlass des verstorbenen Künstlers J. K. Davidenko bildet die Grundlage der Sonderausstellung „Sucht & Kunst“ im MuSeele DANEBEN. Seine Witwe Roswitha Klotz hat die Arbeiten dem MuSeele vermacht und damit einen besonderen Fundus zugänglich gemacht. Zu sehen sind Linoldrucke, Zeichnungen und Gedichte. Davidenkos Werke wirken direkt, reduziert und eindringlich. Besonders die Linoldrucke mit ihren starken Schwarz-Weiß-Kontrasten zeigen, wie kraftvoll wenige Linien sein können. Sie erzählen von Menschen, inneren Zuständen und existenziellen Spannungen. So wird die Ausstellung nicht nur zu einer Begegnung mit Kunst, sondern auch mit einem Künstler, dessen Arbeiten über seinen Tod hinaus weiterwirken.

Linolplatten von J. K. Davidenko aus der Ausstellung „Sucht & Kunst“ im MuSeele.
Linolplatten aus Davidenkos Nachlass geben Einblick in seine grafische Arbeit.
Gerahmte Zeichnungen von J. K. Davidenko an einer Ausstellungswand im MuSeele DANEBEN.
Davidenkos Zeichnungen machen innere Zustände mit reduzierten Linien sichtbar.

„Sucht & Kunst“ im MuSeele macht Abhängigkeit sichtbar

Sucht hat viele Gesichter. Sie kann mit Alkohol, Nikotin oder Drogen verbunden sein, aber auch mit anderen Formen von Abhängigkeit. Die Ausstellung „Sucht & Kunst“ nähert sich diesem Thema nicht über Zahlen oder Fachbegriffe, sondern über künstlerische Arbeiten, die berühren und Fragen stellen. Davidenkos Linoldrucke, Zeichnungen und Gedichte machen innere Zustände sichtbar: Spannung, Unruhe, Verletzlichkeit, vielleicht auch Einsamkeit oder Kontrollverlust. Gerade im Umfeld der psychiatrischen Klinik Christophsbad bekommt das Thema eine besondere Bedeutung. Sucht ist eine medizinische, soziale und menschliche Herausforderung. Das MuSeele DANEBEN möchte mit der Ausstellung zur Aufklärung beitragen und zum Gespräch einladen.

Hans Fallada und die literarische Seite der Sucht

Einen eigenen Bereich widmet die Ausstellung Hans Fallada. Der Schriftsteller, der eigentlich Rudolf Ditzen hieß, war nicht nur ein bedeutender Autor, sondern auch ein Mensch mit schweren psychischen Belastungen und Suchterkrankungen. Besonders sein Roman „Der Trinker“ passt in den Zusammenhang von „Sucht & Kunst“: Fallada beschreibt darin Abhängigkeit, Kontrollverlust und innere Not mit großer Eindringlichkeit. Der von Rolf Brüggemann verfasste Text „Fallada, der andere“ nennt Falladas Leben eine „Chronik des Leidens“ und zeigt, wie eng literarisches Schaffen, persönliche Krisen und seelische Erkrankung in seiner Biografie miteinander verbunden waren. So erweitert der Fallada-Bereich die Ausstellung um eine literarische Perspektive zum Thema Abhängigkeit.

Fallada-Bereich der Ausstellung „Sucht & Kunst“ im MuSeele mit Büchern und Texten zu Hans Fallada.
Der Fallada-Bereich erweitert die Ausstellung um eine literarische Perspektive auf Sucht und seelisches Leiden.

„Sucht & Kunst“ mit Linoldrucken und Gedichten von J. K. Davidenko

Dauer: bis 18. September 2026

Vernissage: Donnerstag, 18. Juni 2026, 17 Uhr
Zur Eröffnung sprechen Prof. Dr. Nenad Vasic und Roswitha Klotz. Silvia Danek trägt Gedichte vor.

Begleitprogramm:
Mittwoch, 22. Juli 2026, 20 Uhr: Im OPEN END im Staufenkino Göppingen wird der kolumbianische Film „Un poeta“ in Originalfassung mit Untertiteln gezeigt.

Logo des MuSeele – Museum der Seele im Klinikum Christophsbad Göppingen.

MuSeele e.V. - Museum für Psychiatrie

Klinikum Christophsbad

Bildnachweis
Die Fotos zeigen Eindrücke aus der Ausstellung „Sucht & Kunst“ im MuSeele DANEBEN und stammen von Patrick Richter (logografisch).

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