Arno Fischers Blick auf den Alltag
Die Ausstellung Arno Fischer. Fotografie in der Galerie im Ostflügel auf Schloss Filseck eröffnet einen eindringlichen Blick auf den Alltag im Berlin der Nachkriegsjahre und des Kalten Krieges. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht politische Großereignisse, sondern Menschen, Gesten und beiläufige Szenen. Geprägt von einem sozialdokumentarischen Ansatz richtete der Fotograf seinen Blick bewusst auf das Unscheinbare. Eine wichtige inhaltliche Bestärkung erhielt er 1955 durch die Ausstellung The Family of Man. In der Werkreihe Situation Berlin (1953–1960) hielt Fischer das Leben in der geteilten Stadt jenseits offizieller Bildwelten fest.
© Estate Arno Fischer, Courtesy LOOCK, Berlin
© Estate Arno Fischer, Courtesy LOOCK, Berlin
Von Berlin nach New York
In den späten 1970er- und 1980er-Jahren richtete Arno Fischer seinen fotografischen Blick auf New York. Gemeinsam mit seiner Partnerin Sibylle Bergemann erkundete er die Stadt jenseits ikonischer Ansichten und klassischer Motive. Dabei zeigen seine Fotografien Vielfalt, soziale Kontraste sowie spontane Begegnungen im urbanen Raum. Die Arbeiten stehen exemplarisch für Street Photography und erzählen von Offenheit, Neugier und einem unvoreingenommenen Blick. Besonders im Zusammenspiel beider Positionen wird deutlich, dass Fischer und Bergemann, obwohl sie nebeneinander durch die Stadt gingen, jeweils ein ganz eigenes Bild von New York entwickelten.
Arno Fischers Einfluss und Vermächtnis
Neben seiner fotografischen Arbeit engagierte er sich intensiv in der Lehre und prägte als Hochschullehrer in Leipzig sowie später in Dortmund zahlreiche Studierende. Darüber hinaus setzte er wichtige Impulse für die fotografische Ausbildung in Deutschland und war Mitbegründer der Fotoschule am Schiffbauerdamm in Berlin sowie der Ostkreuzschule.
Ein eigener Bereich der Ausstellung würdigt ihn als Kollege und Weggefährten. Arbeiten seiner Partnerin Sibylle Bergemann sowie von Brigitte Voigt, Roger Melis, Rudolf Schäfer, Ute und Werner Mahler erweitern den Blick auf sein Umfeld. Mit Werken aus fünf Jahrzehnten macht die Ausstellung die nachhaltige Bedeutung seines Schaffens für die deutsche Fotografie sichtbar.
© Estate Arno Fischer, Courtesy LOOCK, Berlin
Arno Fischer. Fotografie
Ausstellungsdauer
31. Januar–28. Juni 2026
Galerie im Ostflügel, Schloss Filseck
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen
13.00–17.00 Uhr
Besucherinfo
Eintritt frei
Mehr zur Ausstellung →
- Öffentliche Führungen kostenfrei und ohne Anmeldung.
Sonntagsführungen um 15.00 Uhr:
- 8.2.2026, Eva Paulitsch
- 8.3.2026, Dr. Kai Bleifuß
- 19.4.2026, Eva Paulitsch
- 10.5.2026, Dr. Melanie Ardjah
- 14.6.2026, Dr. Melanie Ardjah
Donnerstagsführungen um 18.00 Uhr:
- 12.2.2026, Veronika Adam
- 19.3.2026, Veronika Adam
- 30.4.2026, Dr. Kai Bleifuß
- 21.5.2026, Dr. Kai Bleifuß
- 25.6.2026, Veronika Adam
Führung buchen (privat oder Schulklasse):
Special – Kunst-Shuttle:
- 19.3.2026, Veronika Adam (16.00–19.00 Uhr)
- 19.4.2026, Eva Paulitsch (14.30–18.00 Uhr)
- 10.5.2026, Dr. Melanie Ardjah (14.30–18.00 Uhr)
- 25.6.2026, Veronika Adam (16.00–19.00 Uhr)
Lassen Sie sich bequem mit dem Shuttle zwischen den
beiden Ausstellungen Arno Fischer (Schloss Filseck) und
Sibylle Bergemann (Kunsthalle Göppingen) fahren und
erleben sie an beiden Orten eine Führung durch die Ausstellungen.
Treffpunkt: Kunsthalle Göppingen, Kosten: 15 €
(inkl. Eintritt, Führung und Shuttle), Anmeldung mind. 3
Tage im Voraus: kunstvermittlung@goeppingen.de
Kunst trifft Wein, Führung mit Weinprobe
Freitag, 17.4.2026, 18.00 Uhr
- Eva Paulitsch, Kunsthalle Göppingen
- Nicole Auwärter, Restaurant Schloss Filseck
- Jochen Müller, Moderation
Beitrag: 30 € pro Person (inkl. Fingerfood und Getränke)
Titelbild: Arno Fischer, A Crack in the wall, 1954 (from the series Situation Berlin, 1953–1960),
© Estate Arno Fischer, Courtesy LOOCK, Berlin
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