Ein verborgenes Kapitel im Werk von Günther C. Kirchberger
Günther C. Kirchberger und Ägypten: Diese Verbindung dürfte für viele Kunstinteressierte zunächst überraschend sein. Bekannt ist der 1928 in Kornwestheim geborene Künstler vor allem als wichtiger Vertreter der Hard Edge-Malerei in Deutschland, als Protagonist des Informel und als Netzwerker, der die Stuttgarter Kunstszene früh mit internationalen Strömungen verband. Weniger bekannt ist seine intensive Beschäftigung mit der Kunst und Kultur des alten Ägyptens. Ab 1979 führten ihn mehrere Reisen an den Nil. Dort begegnete er altägyptischer Kunst und Kultur, die ihn nachhaltig beeindruckten. Die Ausstellung „Tempel, Texte, Scheintüren“ in der Galerie im Ostflügel auf Schloss Filseck holt dieses lange verborgene Kapitel seines Schaffens nun wieder ins Bewusstsein.
Farbstift auf Leinen, 100 x 80,5 cm.
Die Galerie im Ostflügel zeigt Kirchbergers Ägypten-Serie
Erstmals seit drei Jahrzehnten widmet sich die neue Ausstellung wieder dem Thema Kirchberger und Ägypten. Im Mittelpunkt stehen seine Reisen, seine Fotostudien, Skizzen und die daraus entstandenen Werke der „Ägypten-Serie“. Die Ausstellung zeigt Schritt für Schritt, wie Kirchberger aus dem Gesehenen das für ihn Wesentliche herauslöste. Orte, Tempel, Pforten und architektonische Details wurden nicht einfach abgebildet, sondern verändert, vereinfacht und in seine eigene Formensprache übertragen. Aus historischen Vorbildern entstehen reduzierte, moderne Bildräume.
Wie Ägypten Kirchbergers Werk veränderte
Die Ausstellung stützt sich auf zahlreiche bisher unveröffentlichte Materialien aus dem Archiv G. C. Kirchberger und zeigt zugleich, wie stark die Begegnung mit Ägypten auf den Künstler zurückwirkte. Handschriftliche Elemente, Zeichen und konkrete Inhalte kehrten in sein Werk zurück. Auch Fragen nach Dauer, Beständigkeit und Vergänglichkeit gewannen angesichts jahrtausendealter Relikte neue Bedeutung. So wird Kirchbergers „Ägypten-Serie“ nicht nur als künstlerische Werkgruppe erfahrbar, sondern auch als Beispiel dafür, wie die Begegnung mit einer fremden Kultur den eigenen Blick verändern kann.
- Ausstellung & Programm
TEMPEL, TEXTE, SCHEINTÜREN
Günther C. Kirchbergers Eintauchen in die Geheimnisse des alten Ägyptens
Ausstellungseröffnung
Freitag, 10. Juli 2026, 19.00 bis 21.00 Uhr
Galerie im Ostflügel, 1. Stock
Ausstellungsdauer
11. Juli bis 11. Oktober 2026
Besonderer Programmpunkt zur Ausstellung
Kunst trifft Wein (Führung mit Weinprobe)
Dienstag, 22. September 2026, 18.00 Uhr
Mit Dr. Stephan Geiger, Galerie Geiger Konstanz, Nicole Auwärter, Restaurant Schloss Filseck, und Jochen Müller als Moderator.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung unter:
info@schloss-filseck.de
Beitrag pro Person
30 Euro inklusive Fingerfood und Getränke.
- Kunst, Kultur und Schlossflair.
Galerie im Ostflügel
auf Schloss Filseck
Die Galerie im Ostflügel wurde 2016 von der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen gegründet. Ziel ist es, das vielfältige kulturelle Leben auf Schloss Filseck weiter auszubauen.
Kuratiert werden die Ausstellungen von der Kunsthalle Göppingen in Zusammenarbeit mit der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen und dem Archiv G. C. Kirchberger.
In den historischen Galerieräumen im Ostflügel sind das ganze Jahr über wechselnde Einzel- und Themenausstellungen von Künstlerinnen und Künstlern zu sehen.
Titelbild: Günther C. Kirchberger, Zeichnung zur Stelenserie Doppelstele II, 1984, Zeichnung, 70 x 100 cm.


