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Interview mit Thomas Gotthardt

Thomas Gotthardt, Vorstandsmitglied des Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Göppingen, im Gespräch über die Liebe zum Fahrrad und die Aktivitäten des Fahrradclubs.
Thomas Gotthardt im Interview

Herr Gotthardt, das Fahrradfahren wird immer beliebter. Warum ist das so?

Thomas Gotthardt: Fahrradfahren macht einfach Spaß: Man ist im Freien unterwegs, bewegt sich und es ist eine äußerst gesellige Art und Weise sich fortzubewegen. Gerade aktuell, wo wir unsere sozialen Kontakte einschränken müssen, ist das Radfahren einer der wenigen Möglichkeiten, um zusammen zu kommen und beisammen zu sein. Außerdem lässt sich das Fahrradfahren auf jeden individuellen Wunsch anpassen: Ob Radtour, Mountainbiken, gemütliches Spazierenfahren oder mit dem Rennrad möglichst schnell Strecke zurückzulegen – diese Vielfalt an Möglichkeiten mit der damit verbundenen Freiheit bieten nur die zwei Räder.

Der Göppinger Fahrradclub gilt als sehr umtriebiger Club, der immer wieder überrascht. Können Sie uns exemplarisch ein Projekt vorstellen?

Thomas Gotthardt: Tatsächlich wurden Projekte, die wir bei uns im Landkreis umgesetzt haben, anschließend von anderen Regionen übernommen. Eine solche Idee war zum Beispiel der Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Fahrrad-Reparaturstationen. Die Vorteile liegen hier auf der Hand: Wenn jemand unterwegs beispielsweise einen Platten hat, dann kann dieser in so einer Station schnell geflickt werden und zwar genau da, wo man es gerade benötigt. So wollen wir auch mehr Menschen vom Rad überzeugen, da mögliche Probleme so präventiv entgegengewirkt wird. Gleichzeitig machen die Menschen so etwas für ihre Gesundheit und den Umweltschutz.

Thomas Gotthard im Interview
Eine Gruppe von Fahrradfahrern beim ADFC

Wie funktionieren die Reparaturstationen? Ist immer jemand vor Ort, der mein Fahrrad kontrolliert?

Thomas Gotthardt: Nein, das ist leider nicht möglich, da dafür schlichtweg die Kapazitäten und die finanziellen Ressourcen fehlen. Bei den Reparaturstationen handelt es sich um Metallsäulen mit einer Aufhängevorrichtung für Fahrräder, Werkzeuge und eine Luftpumpe. Sie stehen rund um die Uhr für kleinere Reparaturen zur Verfügung – also wenn der Lenker brechen sollte, dann muss das Rad schon in eine richtige Werkstatt. 16 Exemplare dieser Fahrrad-Reparaturstationen gibt es bis jetzt im Landkreis, die teils von Sponsoren und teils von Kommunen finanziert wurden. Und weitere werden Schritt für Schritt folgen.

Wo wurde denn diese Idee sonst noch umgesetzt?

Thomas Gotthardt: Unsere Nachbarn im Rems-Murr-Kreis sind darauf aufmerksam geworden und haben gleich 36 Reparaturstationen nach unserem Göppinger Vorbild aufgestellt. Seit wir auf unserer Website über das Projekt berichten, erkundigen sich aber immer mehr Kommunen aus ganz Deutschland nach unseren Erfahrungen. Anfragen kamen auch schon aus Österreich und Luxemburg. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir die Website um eine englischsprachige Version ergänzen.

Für Überraschungen gut

Ob anspruchsvolle oder gemeinsame Touren durch den Landkreis, Themenabende zu Radtouren aus aller Welt oder Projekte rund um Sicherheit und Verkehr: Das Angebot des ADFC Göppingen ist vielfältig und spannend!

Thomas Gotthardt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ADFC Göppingen

Sie hatten den Umweltschutz erwähnt. Was macht der ADFC Göppingen dahingehend?

Thomas Gotthardt: Wir sowie alle ADFC-Gruppen stehen für umweltfreundliche, gesunde und sichere Mobilität mit dem Fahrrad. Jeder Tag, an dem anstatt des Autos das Fahrrad genommen wird, ist ein guter Tag für die Umwelt und für jeden selbst. Konkret wirken wir im Landesnaturschutzverband-Arbeitskreis mit und vertreten dort unsere Positionen und Anliegen. Wir bringen uns hier beispielsweise in Flächennutzungsplänen, Bebauungsplanverfahren oder ganz allgemein in allen Themen mit Natur- und Umweltrechtrelevanz ein.

Womit beschäftigt sich der ADFC Göppingen aktuell besonders?

Thomas Gotthardt: Die jüngste Initiative unseres Vereins ist eine Plakatkampagne anlässlich der Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO). Mit Großplakaten weisen wir Autofahrende auf den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern beim Überholen hin. Die Plakate stellen wir an wechselnden Standorten im ganzen Landkreis auf. Bei einer Auftaktveranstaltung im Raum Voralb warben wir gemeinsam mit den dortigen Bürgermeistern für die Aktion „Mit Abstand sicher“. Wer darüber hinaus wissen möchte, was wir genau machen und mit welchen Projekten wir uns sonst noch beschäftigen, kann sich dazu auf unserer Vereinswebsite www.adfc-bw.de/goeppingen informieren.

Thomas Gotthard bei einer Aktion in Göppingen
Bildnachweis

© Heiko Hermann / Landratsamt Göppingen

© Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club

© Tobias Fröhner / Landratsamt Göppingen

© Heiko Herrmann / Landratsamt Göppingen

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