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Frau unter Sprechblase

Schwäbisch für Anfänger, Zugezogene und Interessierte

In Deutschland gibt es bis zu 20 Dialekte bzw. Dialektgruppen. Eine regionale Sprachvarietät, die im Landkreis Göppingen in allen Straßen und Gassen zu hören ist, ist Schwäbisch. Was für Einheimische ganz normal ist, kann für Zugezogene schon eine Herausforderung werden. Wir stellen unseren Lieblingsdialekt einmal genauer vor.
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Sparsam! Oder doch nicht?

Für die meisten Deutschen ist der Dialekt ein wichtiger Teil der Identität. Dieser führt zu Verbundenheit und einem Zugehörigkeitsgefühl – so auch in und um Göppingen. So wird dem Schwaben nachgesagt sparsam zu sein. Das betrifft nicht nur das liebe Geld, sondern auch in Teilen unsere Sprache. Hier im Ländle lässt man unnötige Silben oder Buchstaben einfach weg. Beispiel gefällig? Aus „hinauf“ wird „nauf“. Aus „Ich“ wird „I“ oder aus „nicht“ wird „it“.

Doch das mit der Sparsamkeit hat sich schon gleich wieder erledigt. Im Hochdeutschen wird das „St“ am Wortanfang „Scht“ gesprochen. Die Schwaben verallgemeinern diese Regel und sprechen das „st“ egal an welcher Stelle des Wortes als „scht“ aus. Beispielsweise ist eine Brust eine „Bruscht“ oder ein Pflaster ist ein „Pflaschter“.

Auch das Wörtchen „ha“ ist ein beliebtes Bindeelement im schwäbischen Dialekt. Da wird aus einem einfachen „Nein“, gern mal ein „ha noi“. Oder aus einem „Ja“ ein „ha jo“.

Karte Göppingen
Mann Tafel

Verniedlichungen machen die Sprache schöner

Das Wort „Wir“ kann man aus dem schwäbischen Wortschatz streichen. Um sich Platz und Buchstaben zu sparen, wird es durch „Mr“ ersetzt und an das vorstehende Wort angehängt. So entstehen folgende neue Wortschöpfungen: haben wir – homr, tun wir – dumr. Auch kann man sich im Schwäbischen „Du“ und „Sie“ ersparen. Angehängt werden auch hier an die nächsten Wörter „sch“ oder „ze“: hast Du – hosch, machen Sie – macheze.

Die eingesparte Zeit verwenden die Schwaben gern mal, um bei Nomen die Verkleinerungsform zu gebrauchen. So wird aus Haus das „Heisle“ oder aus dem Hund wird ein „Hindle“. Doch wenn die Meisle vor der Kätzle wegrennt, dann ist das doch ein lustiges Schauspiel.

Doch nicht nur beim Sprechen sind die Schwaben Spitzenklasse. Auch in der Grammatik vereinfacht man sich das Leben. Relativpronomen, wie der, die, das, welcher, welche und welches werden durch „wo“ ersetzt. Bei der sogenannten Klinsmann Grammatik wird aus „Das Haus, das rote Ziegel hat.“ „Des Haus, wo rote Ziegel hat.“

Wenn wir z‘samm schwätza!

Egal, wer man ist und wo man im schönen Baden-Württemberg wohnt, das Schwäbische ist wie Musik in unseren Ohren. Dialekte machen das Leben bunter. Auch wir von der Kreissparkasse Göppingen freuen uns, wenn wir ein wenig ins Gespräch kommen – oder wie wir im Landkreis Göppingen sagen: Wenn wir z‘samm schwätza!

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© Westend 61

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