Karl Hurm: Das Dorf als Spiegel der Welt
Ein Dorf ist weit mehr als eine Ansammlung von Häusern. Es ist ein Ort voller Geschichten, Begegnungen und Traditionen. Genau diese Vielfalt zeigt die Ausstellung „Das Dorf als Bühne – Bilder als erzählerische Panoramen“ in der Galerie im Ostflügel auf Schloss Filseck. Im Mittelpunkt stehen die Werke des Künstlers Karl Hurm (1930–2019), der mit seinen farbenfrohen Bildern eine ganz eigene Sicht auf das Landleben entwickelte.
Als Autodidakt schuf Hurm eine unverwechselbare Bildsprache, in der Wirklichkeit und Fantasie miteinander verschmelzen. Seine Gemälde erzählen von Begebenheiten, Begegnungen und Eigenheiten. Doch hinter den scheinbar idyllischen Dorfszenen verbergen sich oft überraschende Geschichten und feine Gesellschaftskritik.
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Privatbesitz
Das Dorf als Bühne kleiner und großer Geschichten
Wie viel Fantasie und Erzählkunst in Hurms Bildern steckt, zeigt sein Gemälde „Zirkuswagen im Winter“ aus dem Jahr 1977. Inmitten einer verschneiten Landschaft steht ein Zirkuswagen, umgeben von Häusern und Menschen. Die winterliche Szenerie wirkt beinahe märchenhaft und lässt Raum für Vorstellungen. Wer sind die Menschen, die hier zusammenkommen, und welche Geschichten verbergen sich hinter den verschneiten Häusern?
Gerade diese Mischung aus vertrautem Dorfleben und ungewöhnlichen Situationen macht Hurms Werke so besonders. Seine Bilder laden dazu ein, genauer hinzusehen und immer neue Einzelheiten zu entdecken. Dabei bleibt vieles bewusst offen, sodass sich jeder Betrachter seine eigene Geschichte zu den dargestellten Szenen ausdenken kann.
Neue Perspektiven auf das Leben auf dem Land
Doch nicht nur die Werke von Karl Hurm sind in der Ausstellung zu sehen. Weitere Künstlerinnen und Künstler zeigen, wie unterschiedlich das Leben auf dem Land wahrgenommen und dargestellt wird.
So hinterfragt zum Beispiel Gabriela Oberkofler↗ in ihrem Aquarell „Holari“ typische Klischees ihrer Südtiroler Heimat. Eine Frau im Dirndl und eine lautmalerische Jodelzeile zeigen auf humorvolle Weise, wie sehr unser Bild vom Landleben durch Traditionen und Vorstellungen geprägt ist.
Die Ausstellung wird von der Kunsthalle Göppingen↗ in Zusammenarbeit mit der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen↗ und dem Archiv G. C. Kirchberger↗ gestaltet.
Kunsthalle Göppingen
Programm zur Ausstellung
Das Dorf als Bühne
Vernissage
- Freitag, 6. November 2026, 19 Uhr
- Staufer-Saal, Schloss Filseck (2. Obergeschoss)
- Anschließend Besichtigung der Ausstellung.
Sonntagsführungen um 15 Uhr
- 15. November 2026, Eva Paulitsch
- 13. Dezember 2026, Veronika Adam
- 14. Januar 2027, Dr. Melanie Ardjah
Kunst trifft Wein
- Freitag, 13. November 2026, 18 Uhr
- Führung mit Weinprobe und Fingerfood
- 30 Euro pro Person, Anmeldung erforderlich.
Das Dorf als Bühne
Bilder als erzählerische Panoramen
Ausstellungsdauer
- 7. November 2026 bis 17. Januar 2027
Öffnungszeiten der Galerie im Ostflügel
- Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen
- 13 bis 17 Uhr, Eintritt frei
Alle Veranstaltungen
www.schloss-filseck.de↗
Private Führungen und Schulklassen
- Telefon: 07161 / 650 42013
- E-Mail: kunstvermittlung@goeppingen.de
- Web: www.kunsthalle-goeppingen.de
Titelbild: Karl Hurm, „Zirkuswagen im Winter“, 1977, Öl auf Hartfaser, Privatbesitz. Bildausschnitt.
prisma-Tipp
Noch bis zum 8. November 2026 zeigt der Förderkreis Schloss Filseck im Nordflügel die Jubiläumsausstellung „Eugen Wolff-Filseck“.
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